GRUNDLAGEN

Design Thinking Grundlagen

Definition und Einführung
Design Thinking ist eine Innovationsmethode für die menschenzentrierte Gestaltung von Produkten, Services und Strategien und gleichzeitig noch viel mehr. Hinter Design Thinking steckt eine Geisteshaltung voller Offenheit, Experimentierfreude und Neugier. Was anfänglich als Methode erlebt und erlernt wird, kann zu einer Kultur heranwachsen, die konstruktive Teamarbeit ins Zentrum stellt und Veränderung auf allen Ebenen mit hoher Geschwindigkeit vorantreibt.

Design Thinking folgt einem fünfschrittigen Iterationsprozess: Empathize, Define, Ideate, Prototype und Test – zu deutsch Empathie aufbauen, Fokus definieren, Ideen finden, Prototypen bauen und Testen:
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Design Thinking basiert auf den drei Säulen Prozess, Team und Raum. Damit der Design Thinking-Prozess Fahrt aufzunehmen kann, müssen immer alle drei Komponenten bewusst gestaltet werden. Nicht nur die Auswahl der Methoden, sondern auch die Zusammenstellung der Teams sowie die Wahl eines inspirierenden Umfeldes tragen entscheidend zum Erfolg eines Design Thinking Workshops bei.

Die 3 Säulen des Design Thinking

Tauche im Folgenden tiefer in alle drei Kategorien ein:

Design Thinking Ursprünge

Wie und wo alles begann ...
Um den Begriff Design Thinking ist in den vergangenen Jahren ein enormer Hype entstanden. Doch die Wurzeln und prägenden Einflüsse gehen weit zurück in die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Viele Aspekte der Design Thinking-Methodologie kommen uns vertraut vor – das ist kein Zufall. Design Thinking baut auf Grundsätzen verschiedener Disziplinen und Methoden auf. Die Wurzeln gehen bis auf das Bauhaus und dessen Gründer Walter Gropius zurück. Wesentliche Leitsätze des Bauhaus, darunter die Verbindung von Kunst und Handwerk, die Interdisziplinarität der Lehre sowie eine Fokussierung auf Funktionalität und damit auf den Nutzer, prägten und prägen den modernen Designbegriff bis heute. Auch wenn Design Thinking nicht mit der deutschen Bedeutung des Begriffs Design gleichzusetzen ist, übernimmt es diese Eckpfeiler als Basis für eine neue Denk- und Arbeitspraxis.

Von der Design-Praxis in die Unternehmenswelt
Viele Methoden, die im Design Thinking als zentrale Elemente integriert wurden (darunter Brainstorming oder Prototyping) haben eine lange Geschichte. Auf den Werbefachmann Alex F. Osborn geht beispielsweise nicht nur das Ende der 1940er Jahre entwickelte Brainstorming zurück, sondern auch viele der Design Thinking-Leitsätze. Design Thinking, so wie wir es heute kennen, findet seinen Ursprung in der Produktdesignagentur IDEO. Mit der Gründung des Hasso Plattner Institutes for Design (d.school) an der Stanford University, finanziell unterstützt durch den SAP-Mitgründer Hasso Plattner, und der dort entwickelten Formate, fand der ursprünglich designbasierte Arbeitsansatz seinen Weg in Tech-Start-ups, Banken und die Büros klassischer deutscher Maschinenbauer_innen. In 2007 startet das Projekt HPI School of Design Thinking (HPI D-School) mit 40 Studierenden aus 30 verschiedenen Fakultäten in Potsdam.

Die Entwicklung der vergangen Jahre ist nicht ohne parallele Konzepte zu verstehen, die sich im Umfeld von Agile, Scrum, Lean Startup und Co. entwickelt haben. Ebenfalls aus Stanford stammen beispielsweise die auf Robert McKim zurückgehenden Kreativitäts-Methoden Visual Thinking und Storytelling. All diese Konzepte beeinflussten sich gegenseitig, beschleunigt durch den Megatrend Digitalisierung und die wachsende Start-up-Kultur weltweit. Die vielfältigen Ursprünge sind ein entscheidender Erfolgsfaktor von Design Thinking. Bereits in der Entstehungsgeschichte und den verschiedenen Perspektiven, auf denen sie fußt, zeigt sich der multidisziplinäre Ansatz der Methode. Dies ist einer der Gründe, warum nicht nur Designer_innen ihre eigene Arbeitsweise im Design Thinking wiedererkennen. In die DNA des Prozesses eingebaut ist der charakteristische Wechsel aus divergenten und konvergenten, kreativ-intuitiven und sachlich-analytischen Denkmodi. Jeder kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Prozess die eigenen Stärken einbringen und sich in persönlich herausfordernden Momenten von anderen Teammitgliedern unterstützen lassen. Ihre hohe Anschlussfähigkeit erklärt den breiten Erfolg der Methode in den vergangenen Jahren. Im Design Thinking geht es nicht nur um die wirtschaftliche Notwendigkeit von Produkt- oder Serviceinnovationen, sondern langfristig um einen Paradigmenwechsel. Die Methode beantwortet die Frage, wie wir zusammenarbeiten wollen – holistisch multidisziplinär, wertschätzend auf Augenhöhe und mit den Bedürfnissen des_der Nutzer_in im Fokus.

Design Thinking – mehr als nur eine Methode
Design Thinking dient der Bearbeitung offener Problemstellungen in Teams ganz unterschiedlicher Organisationsformen und Arbeitskontexte. Beispiele für solche Problemstellungen sind:

Wie können wir unsere Produktpalette erweitern? Gibt es einen schnelleren, digitalen Zugang zu unseren Dienstleistungen? Können wir neue datenbasierte Geschäftsmodelle mit unseren bestehenden Datensätzen aufbauen?

Obwohl viele Teilnehmer_innen ihren ersten Design Thinking-Workshop primär mit dem Wunsch starten, neue Produkte, Dienstleistungen und Strategien zu entwickeln, arbeiten sie auf ein weitaus vielschichtigeres Ergebnis hin. Design Thinking führt zu einem besseren Verständnis der Bedürfnisse der eigenen Nutzer_innen und entfacht eine neue Dynamik im Team. Mit diesem gemeinsamen Teamfokus und dem damit einhergehenden Verantwortungsgefühl für das gemeinsame Ziel werden innovative und erfolgreiche Produktideen, Dienstleistungen und Strategien entwickelt, welche die Bedürfnisse der Kunden befriedigen.

Verständnis als Basis
Es ist gut zu wissen, wo Design Thinking herkommt, um den Kontext und die Tragweite des Design Thinking-Ansatzes zu verstehen und den Teilnehmer_innen des eigenen Workshops einen guten Einblick geben zu können. Teilnehmende müssen die Methode dabei nicht komplett verinnerlicht haben, um auf großartige Ideen zu kommen. Sinnvoll ist es jedoch, vor dem Beginn des Workshops einen Rundumblick über das große Ganze zu ermöglichen, damit sich die Methode aus der Perspektive der Teilnehmenden nicht im luftleeren Raum befindet. Hat man die Basics vermittelt, ist das Spielfeld vorbereitet. Von diesem Zeitpunkt an zählen Einsatz und Organisation des Coaches und seines Teams. Wie sich der Prozess entwickelt, liegt in den Händen der Menschen auf diesem Spielfeld. Design Thinking lebt davon, dass Menschen es sich zu eigen machen, es den eigenen Bedürfnissen entsprechend anpassen, Methoden weiterentwickeln und mit der weltweiten Community im Austausch bleiben.

Design Thinking Grundsätze

Mut, Neugier, Offenheit und der Mensch im Fokus
Am Ende eines Design Thinking-Prozesses steht nicht immer nur ein Produkt oder Service, eine neue Geschäftsidee oder ein Lächeln im Gesicht der Teilnehmer_innen. Im Kern geht es den meisten Design Thinkern und Coaches um eine Veränderung des »Mindsets«, auf lange Sicht. Diese gewünschte Geisteshaltung zeichnet sich durch Eigenschaften aus, die sich in jedem Team unterschiedlich ausprägen können. Zentrale Merkmale sind:
Menschenzentrierung
Problemfokussierung
Zusammenarbeit
Experimentierfreudigkeit
Als Coach schafft man für das Team den geeigneten Rahmen. Dieser wird bei Einsteigern vor allem durch den Prozess bestimmt. Mit zunehmender Erfahrung können Coaches und Teilnehmer_innen jedoch mutiger und unabhängiger werden und den vermeintlich linearen Prozess freier interpretieren. In der Realität gibt es nicht immer klare Challenges, die mit Schritt 1 begonnen werden können. Häufig startet die Innovationsarbeit mit bereits bestehenden Ideen oder gar ersten Prototypen. Mit welchem Prozessschritt man beginnt, ist letztlich zweitrangig. Wichtiger ist das Verständnis für die Zweiteilung zwischen dem Problemverständnis und der darauf folgenden Ideenfindung. Es ist eine Frage der Perspektive, ob ein erster Prototyp als ernstzunehmende Idee oder, in Ko-Kreation mit dem Nutzer, als User Research-Artefakt verstanden wird. Jeder Schritt kann als Ergebnis oder Erkenntnis eingeordnet werden. Bei aller Unsicherheit, die durch offene Problemstellungen entstehen kann, ist es am Ende die notwendige Portion Mut, Neugier und Offenheit für die Perspektive des Gegenübers, die die Geisteshaltung eines Design Thinking-Teams prägt.

    MENSCHENZENTRIERTES DESIGN

    Der große Unterschied des Design Thinking-Ansatzes im Vergleich zu klassischen Herangehensweisen im Innovationsmanagement ist die Ergänzung der Faktoren Technologie und Wirtschaft um den Faktor Mensch. Bevor man sich fragt, ob etwas überhaupt technologisch möglich ist und wirtschaftlichen Mehrwert bringt, steht die Frage nach dem Nutzen für den Menschen im Mittelpunkt. Hier geht es vor allem um die Beantwortung wirklicher Bedürfnisse. Diese Bedürfnisse sollten im gesamten Prozessverlauf gegenwärtig sein. Mit etwas Erfahrung wird die konstante Frage nach dem Nutzen und der Beantwortung von Nutzer-Bedürfnissen zur Leitidee des Innovationsprozesses.

    Auch wenn Design Thinking menschliche Bedürfnisse in den Mittelpunkt des Prozesses stellt – egal, ob ein Produkt, ein Service oder eine Strategie gestaltet werden soll – sind alle drei Komponenten gleichwertig zu betrachten. Innovation entsteht am sogenannten »sweet spot«:
    innovation-dreiklang-mensch-technik-wirtschaft
    Innovation entsteht an der Schnittstelle zwischen
    Mensch, Wirtschaft & Technologie.

    Design Thinkit live in einem Design Thinking-Workshop mit uns erleben?

    Tretet mit uns in Kontakt, egal mit welcher Frage oder Herausforderung!
    »It's not ›us versus them‹
    or even ›us on behalf of them.‹
    For a design thinker it has to be ›us with them.‹
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    Tim Brown